Die Pulverbeschichtung als modernste und umweltfreundlichste Lackiertechnologie gewinnt ständig an Bedeutung und erobert immer neue Einsatzgebiete.
Beim Pulverbeschichten werden Materialien, vor allem Metalle, aber auch Glas und Keramik, nach spezieller Vorbehandlung der Oberflächen im elektrostatischen Verfahren beschichtet. Durch die elektrostatische Aufladung verteilt sich der Pulverlack sehr gleichmäßig auf das zu beschichtende Material und erzeugt nach dem Einbrennen bei ca. 200°C Objekttemperatur eine sehr dekorative und diffusionsdichte Oberfläche.
Das Abkleben oder Abstöpseln von Funktionsflächen, das Abdichten von Schweißnähten und das Spachteln von Störungen des Grundmaterials sind gleichfalls möglich.
Die wesentlichen Vorteile der Pulverbeschichtung:
- Lösemittel- und schwermetallfreies Verfahren
- Rückgewinnung des Overspraypulvers ist möglich
- Hoher Korrosionsschutz
- Hohe Witterungsbeständigkeit
- Hochdekorative Optik
- Duplexbeschichtung möglich
- große Farbenvielfalt, verschiedene Glanzgrade
- relativ schlagfest
- nach der Beschichtung und Abkühlung sofort weiterverarbeitbar
Die Pulverbeschichtung erfüllt so alle Kriterien, die an eine zeitgemäße Beschichtungstechnologie gestellt werden.
Die gesamte RAL-Palette sowie eine große Anzahl von Eisenglimmer-, Perlglimmer-, Metallic- und Sanitärfarben sind ständig am Lager.
Es können Teile bis zu einer Größe von:
- 6500 x 2700 x 2000mm bzw.
- 6500 x 3000 x 150mm bei flächigen Teilen
mit einem Stückgewicht bis zu 800kg beschichtet werden.
Aluminium
Eine Vorbehandlung erfolgt in der Regel nasschemisch in einer Vorbehandlungsanlage, in welcher wir aus Umweltschutzgründen konsequenterweise eine chromatfreie Passivierung der NABU Oberflächentechnik GmbH einsetzen. Für diese Mittel liegt eine Freigabe der GSB vor. Damit kann ein Einsatz der Aluteile im Außenbereich erfolgen. Im Küstenbereich, in Hallenbädern oder ähnlichen chloridhaltigen Atmosphären werden zur Verringerung der Filmformkorrosion weitergehende Maßnahmen getroffen.
Stahl
Blank
Bei geringer Korrosionsbelastung (bis einschließlich C2 nach DIN EN ISO 12944) genügt bei blankem Stahl eine Entfettung und Eisenphosphatierung. Bei erhöhter Korrosionsbelastung (ab C3 nach DIN EN ISO 12944) ist eine einfache Beschichtung nicht ausreichend. Deshalb sind weitergehende Maßnahmen erforderlich.
Ein Feuerverzinken erfolgt bei unseren Kooperationspartnern, das Spritzverzinken wird im eigenen Unternehmen durchgeführt. Bei korrosionsschutzgerechten Stahlkonstruktionen ist eine Pulverbeschichtung im Zweischichtverfahren inklusive Schweißnahtbehandlung möglich. Eigene Versuche, Erfahrungen und umfangreiche Testreihen mit dem Institut für Korrosionsschutz Dresden führten im Jahr 2000 zu einer Patentanmeldung. Mit einem speziellen Grundierpulver, welches gemeinsam mit der Firma FreiLacke Bräunlingen, einem bekannten deutschen Pulverhersteller, modifiziert werden konnte und exklusiv für unser Unternehmen hergestellt wird sowie einer abgestimmten Vorbehandlung, werden bei unverzinktem Stahl die Prüfwerte für C5 I lang nach DIN EN ISO 12944 erreicht. Der Prüfbericht kann hier eingesehen werden.
Feuerverzinkt
Die Beschichtung von feuerverzinkten Stahlteilen, auch "Duplexsystem" genannt, stellt in neutraler Umgebung einen hervorragenden Korrosionsschutz dar.
Systembedingte Unregelmäßigkeiten durch die Ablaufspuren der Zinkschicht sind durch die Pulverschicht hindurch sichtbar und werden durch glänzendes Pulver noch verstärkt. Ein zu starkes Verschleifen der Zinkschicht vor dem Beschichten birgt die große Gefahr des Durchschleifens bis auf das Grundmaterial und sollte unterlassen werden.
Je nach dem Siliziumgehalt des Stahles bilden sich während des Verzinkungsvorganges sehr differenzierte Eisen-Zink-Legierungsschichten heraus, von denen einige während des Einbrennen des Pulvers zum Ausgasen neigen. Die Folgen, kleine Pusteln oder Krater auf der Pulverschicht, sind vom Beschichter trotz aller Vorbereitungsmaßnahmen nicht immer komplett zu vermeiden. Deshalb sollte der Metallbauer unbedingt verzinkungsfähigen Stahl mit einem Siliziumgehalt unter 0,03 % bzw. zwischen 0,12 – 0,28 % verwenden. Eine Lagerung in stauender Nässe vor dem Beschichten ist zu vermeiden.
In sehr saurer oder auch basischer Umgebung (Korrosivitätskategorie ab C4) ist eine zusätzliche Epoxidgrundierung erforderlich, um Ablösungen der Pulverdeckschicht zu vermeiden. Die Vorbehandlung der feuerverzinkten Teile erfolgt durch Sweepen, einem schonenden Strahlverfahren oder auch nasschemisch mit einem modernen chromatfreien Mittel.
Korrodiert oder mit Altanstrich
Mit Farbe versehene oder korrodierte Teile werden in unserer modernen Freistrahlanlage gestrahlt. Dabei kann je nach Teileart oder gewünschter Oberflächenrauheit zwischen Korund in feiner Körnung oder Stahlkies in gröberer Körnung als Strahlmittel gewählt werden.
Nach dem Säubern mit Druckluft erfolgt entsprechend des gewünschten Korrosionsschutzes das Beschichten im Ein- bzw. Zweischichtverfahren.
Bei korrosionsschutzgerechten Konstruktionen erreichen wir mit dem Zweischichtverfahren die Prüfwerte der Korrosivitätskategorie C5 I lang nach DIN EN ISO 12944 (siehe auch unter „Stahl, blank“).
Glas / Keramik
Auch diese nichtmetallischen Stoffe lassen sich mit geeigneten Zusatzmaßnahmen beschichten.
Sonstige Metalle
Edelstahl, Magnesiumdruckguß, Grau- oder Stahlguß, Kupfer usw. werden je nach Oberflächenzustand und erforderlichem Korrosionsschutz mechanisch durch Feinstrahlen oder nasschemisch vorbehandelt und einfach oder doppelt beschichtet.